Nutri-Score: Berechnung, neuer Algorithmus und Hebel zur Verbesserung

Optimierung des Nutri-Score

Der Nutri-Score bewertet die Nährwertqualität eines Lebensmittels von A (dunkelgrün) bis E (dunkelorange). Er ist freiwillig, wird aber in sieben europäischen Ländern von Marken und Handel breit genutzt. In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2026 nur noch der weiterentwickelte Algorithmus. Dieser Leitfaden erklärt die Berechnung, die Änderungen und wie Sie einen Score gezielt verbessern.

Rechtlicher Status und Fristen

  • Freiwillige Kennzeichnung: In Deutschland ermöglicht die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung seit 2020 die freiwillige, rechtssichere Verwendung. Wer den Nutri-Score nutzt, verpflichtet sich, alle Produkte einer registrierten Marke damit zu kennzeichnen.
  • Gemeinsame Steuerung: Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien, die Niederlande, Luxemburg und die Schweiz steuern den Nutri-Score seit 2021 gemeinsam.
  • Weiterentwickelter Algorithmus: im Juli 2022 für Lebensmittel und im März 2023 für Getränke verabschiedet; in Kraft seit dem 1. Januar 2024 in Deutschland, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden, seit dem 5. März 2024 in Luxemburg und seit dem 16. März 2025 in Frankreich.
  • Übergangsfrist in Deutschland: zwei Jahre. Seit dem 1. Januar 2026 darf nur noch der neue Algorithmus angewendet werden; Produkte, die vorher in den Verkauf gelangt sind, dürfen abverkauft werden (BMLEH).
  • Keine EU-weite Kennzeichnung: Die 2020 angekündigte harmonisierte Front-of-Pack-Kennzeichnung wurde bisher nicht vorgeschlagen; die Kommission prüft weiter die Optionen.

So wird der Score berechnet

Der Score wird je 100 g oder 100 ml des Produkts im Verkaufszustand berechnet, bei Produkten, die vor dem Verzehr zubereitet werden, im zubereiteten Zustand. Er verrechnet zwei Punktegruppen:

  • negative Punkte für Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz, bei Getränken zusätzlich für Süßstoffe;
  • positive Punkte für Eiweiß, Ballaststoffe und den Anteil an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten.

Die Differenz ergibt einen Punktwert, der über kategorieabhängige Schwellen in einen Buchstaben umgerechnet wird: allgemeine Lebensmittel (mit Sonderregeln für Käse und rotes Fleisch), Fette, Öle, Nüsse und Samen sowie Getränke. Zwei Produkte mit gleichen Nährwerten können also unterschiedliche Buchstaben erhalten, wenn sie nicht zur selben Kategorie gehören.

beCPG PLM: Nutri-Score 2023 in der Score-Liste eines Produkts (Wert 16, Klasse D) mit dem Berechnungsdetail beim Überfahren des Logos: negative Punkte für Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz, positive Punkte für Obst und Gemüse sowie Ballaststoffe
Der Nutri-Score in der Score-Liste von beCPG: Beim Überfahren des Logos erscheinen negative und positive Punkte, Punktwert und Klasse.

Was der neue Algorithmus ändert

  • Zucker und Salz werden strenger bewertet;
  • rotes Fleisch schneidet schlechter ab als Geflügel, Vollkornprodukte werden besser von raffinierten unterschieden;
  • fettreicher Fisch und Öle mit wenig gesättigten Fettsäuren schneiden besser ab (Oliven-, Raps- und Walnussöl steigen von C auf B);
  • Milch, Trinkjoghurts sowie Milch- und Pflanzendrinks werden jetzt als Getränke bewertet;
  • Süßstoffe zählen bei Getränken, die meisten Light-Getränke verlieren ihr B; Wasser ist das einzige Getränk mit A.

Viele Produkte wechseln den Buchstaben. Berechnen Sie vor dem Druck neuer Verpackungen das ganze Sortiment mit dem neuen Algorithmus und listen Sie die Produkte auf, deren Buchstabe sich ändert.

So verbessern Sie einen Score

HebelWirkungWorauf zu achten ist
Zucker oder Salz reduzierenWeniger negative PunkteGeschmack, Haltbarkeit, Textur; in kleinen Schritten vorgehen
Ballaststoffe erhöhen (Vollkorn, Hülsenfrüchte)Mehr positive PunkteBallaststoff-Methode (NSP oder AOAC) der Rohstoffdaten
Obst-, Gemüse- und Hülsenfruchtanteil erhöhenMehr positive PunkteEs zählt nur der Anteil im Endprodukt
Fettprofil ändernWeniger Punkte für gesättigte FettsäurenKosten und Prozess des neuen Fetts
Kategorie prüfenAndere SchwellenDie Kategorie folgt dem Produkt, nicht der Marketingaussage

Eine Reformulierung ist ein Abwägen zwischen Ernährung, Geschmack und Kosten. Die sinnvolle Frage lautet nicht „Wie bekommen wir ein A?“, sondern „Welche Änderung verschiebt den Buchstaben, und zu welchen Kosten?“. Rechnen Sie das an der Rezeptur durch, bevor Sie einen Versuch starten.

Den Nutri-Score in beCPG berechnen

In beCPG wird der Nutri-Score bei der Formulierung aus den Nährwerten und Mengen der Rohstoffe berechnet; das Detail der negativen und positiven Punkte erscheint beim Überfahren mit der Maus. Obst-, Gemüse- und Hülsenfruchtanteil, Ballaststoff-Methode und Kategorie sind Produktdaten: Der Score wird neu berechnet, sobald sich die Rezeptur ändert. Bei Produkten, die zubereitet werden, werden die Werte je Portion und der Score für das zubereitete Produkt neu berechnet. Der Algorithmus, 2023 oder 2017, wird Produkt für Produkt gewählt: Die Version 2017 bleibt während der Übergangszeit verfügbar.

Seit Version 26.1 sind die Scores eines Produkts (Nutri-Score, Ampelkennzeichnung, Front-of-Pack-Warnhinweise und weitere) in einer Score-Liste zusammengefasst, mit einem Dashboard und einer Suche nach Klasse, um zum Beispiel alle Produkte zu finden, die von B auf C fallen. Chef AI kann den Nutri-Score mehrerer Rezepturen vergleichen; die Berechnung selbst bleibt bei der Formulierungs-Engine. Die Verwendung des Logos auf Verpackungen setzt weiterhin eine Registrierung bei Santé publique France voraus.

Mehr dazu: Formulierung im PLM beCPG, unsere Seite für Bäckereien und Konditoreien und unser Leitfaden (auf Englisch) zur EU-Lebensmittelkennzeichnung (LMIV). Offizielle Informationen: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und Santé publique France (auf Englisch).

Häufige Fragen

Ist der Nutri-Score in Deutschland Pflicht?

Nein. Er ist in Deutschland wie in den anderen sechs Ländern freiwillig. Wer ihn verwendet, kennzeichnet alle Produkte einer registrierten Marke. Eine EU-weite Front-of-Pack-Kennzeichnung wurde bisher nicht vorgeschlagen.

Ab wann gilt in Deutschland nur noch der neue Algorithmus?

Der weiterentwickelte Algorithmus gilt seit dem 1. Januar 2024, mit zwei Jahren Übergangsfrist. Seit dem 1. Januar 2026 darf nur noch er angewendet werden; zuvor in Verkehr gebrachte Produkte dürfen abverkauft werden.

Wird der Score im Verkaufszustand oder im zubereiteten Zustand berechnet?

Im Verkaufszustand, außer bei Produkten, die zubereitet werden müssen, etwa Pulver zum Anrühren mit Wasser oder Milch: Dann wird das zubereitete Produkt berechnet.

Warum ändert mein Produkt mit dem neuen Algorithmus den Buchstaben?

Meist wegen Zucker, Salz oder Süßstoffen, die strenger gezählt werden, oder weil das Produkt jetzt zu einer anderen Kategorie gehört, wie Milchgetränke.

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